Unabhängig von der Hausbank Projekte finanzieren

Unternehmen benötigen regelmäßig Geld. Manchmal kann es vorkommen, dass ein großes Projekt anfällt, welches sich ergeben hat, dieses aber nicht eingeplant war. Doch der Kreditrahmen bei der Hausbank ist bereits ausgereizt und es muss nach einer Alternativen geschaut werden, wie die Ressourcen für das Projekt beschafft werden können.

Eine Lösung, die mittlerweile immer mehr an Beliebtheit gewinnt, ist das FineTrading. Dabei werden die benötigten Waren von einem Zwischenhändler, der sogenannte FineTrader, vorfinanziert und einem selbst werden längere Zahlungsziele eingeräumt, sodass ausreichend Zeit besteht die Summe zu erwirtschaften.

Wie sieht der Ablauf von FineTrading aus?

Beim FineTrading sind insgesamt drei Parteien beteiligt. Das Unternehmen, der FineTrader und der Lieferant. Der Unternehmer sucht sich dabei einen FineTrading Partner, den er beauftragt. Bevor dieser jedoch die gewünschten Ressourcen bestellt, muss der Unternehmen sich einer Bonitätsprüfung unterziehen. Sollte diese positiv verlaufen sein, bestellt der FineTrader die gewünschte Ware beim Lieferanten.

Auch, wenn der Lieferant mit dem FineTrader in Kommunikation stand, liefert er die Ware direkt an das Unternehmen, sodass dort kein zusätzlicher Zwischenstopp herhalten muss. Nachdem die Ware sorgfältig vom Unternehmen geprüft wurde, bekommt der FineTrader die Zusage und dieser begleicht umgehend die Rechnung an den Lieferanten. Durch die sofortige Zahlung ist der Abzug von Skonto möglich, wodurch die Rechnung wiederrum geringer ausfällt.

Im Anschluss stellt der FineTrader inklusive der Gebühren eine eigene Rechnung aus, welche er dem Unternehmen zukommen lässt. Diesem wird dabei eine Zahlungsfrist von 90 bis 120 Tagen gewährt. Innerhalb dieses Zeitraumes hat das Unternehmen nun die Zeit Projekte zu finanzieren und um das Geld zu beschaffen.

Wer ist die Zielgruppe eines FineTraders?

Rein theoretisch gesehen ist FineTrading für jedes Unternehmen geeignet, welches nicht auf die Bankkredite zurückgreifen möchte. Hauptsächlich im deutschen Mittelstand ist diese Variante sehr beliebt.

Neben großen Projekten sind aber auch Unternehmen, die saisonale Spitzen vorweisen eine beliebte Zielgruppe. Früher nahmen die FineTrader eine Mindestabnahmemenge von 100.000 Euro als Voraussetzung. Mittlerweile haben diese aber sehr viele Anbieter gelockert, weshalb auch für kleinere und mittelständische Unternehmen Mikrotransaktionen angeboten werden.

Vor- und Nachteile von FineTrading

Neben dem bereits genannten erweiterten Zahlungsziel gibt es für alle teilnehmen Parteien weitere Vorteile. Einer davon ist, dass das Unternehmen als Barzahler eingestuft wird, da die Rechnung umgehend beglichen wird. Dies kommt dem Lieferanten nur Zugute, weshalb sich darauf eine gute Geschäftsbeziehung entwickelt. Und in einer guten Beziehung können besondere Konditionen entstehen.
Lieferanten profitieren von diesem Geschäft, da sie von einer 100 %igen Zahlung ausgehen können, welche sofort erledigt wird. Dass sofort gezahlt wird ist nämlich unüblich, da Unternehmen in der Regel Zahlungsziele so lange es geht hinauszögern und ausnutzen möchten, da hierdurch ebenfalls Zeit gewonnen wird, in der die Ware verarbeitet und weiter veräußert werden kann.

Zudem ist das FineTrading flexibler, als ein Bankkredit, da jede Bestellung mit neuen Konditionen verhandelt werden kann. Durch FineTrading wird ebenso die Bilanz verbessert, da die Liquidität steigt, was wiederrum zu einer Verbesserung der Eigenkapitalquote führt.

Teilweise muss aber auch gesagt werden, dass in der heutigen Zeit Kredite, vor allem bei längeren Laufzeiten, im Endeffekt günstiger sein können. Zudem ist im Unternehmen auch noch eine professionelle IT-Struktur notwendig für den ganzen FineTrading Prozess.