Leasen statt kaufen: Besitzen wird immer unwichtiger

Nutzen statt besitzen, das könnte das Motto für viele Zeitgenossen von jung bis alt sein. Seien es Smartphones, Autos, Laptops oder Fahrräder - immer mehr Menschen wollen die verschiedenen Gerätschaften, die heute beständig »die Märkte« fluten, vor allen Dingen sinngemäß gebrauchen, anstatt sie einfach nur ihr Eigen zu nennen. Und dafür spricht tatsächlich Einiges, denn die meisten neuen Geräte bzw. Objekte büßen bereits innerhalb kürzester Zeit viel an Wert ein. Dies gilt für kein anderes Objekt in gleichem Maße wie für das Auto. Denn ein Neufahrzeug verliert allein im ersten Nutzungsjahr rund ein Viertel seines Listenpreises; nach drei Jahren bereits die Hälfte. In der Konsequenz entscheiden sich immer mehr Fahrerinnen und Fahrer dazu, ein Fahrzeug zu leasen. In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit diesem Thema und schauen uns an, was es im Kern damit auf sich hat und welche Entwicklungen es momentan in diesem Bereich gibt.

Wie funktioniert Leasing?

Beim Leasing handelt es sich um ein alternatives Nutzungskonzept für Fahrzeuge verschiedenster Art. Es ist eine Art Fahrzeugmiete, denn Leasingverträge sind mit Mietverträgen durchaus vergleichbar. Gleichwohl sind beide keineswegs identisch. Leasingverträge werden vielmehr als atypische Mietverträge bezeichnet, da sie gesetzlich nicht gesondert geregelt sind. Die Kernidee ist einfach: Man nutzt ein Fahrzeug, als wäre es das eigene; dafür zahlt man eine monatlich gleichbleibende Gebühr. Nach Ablauf der vereinbarten Vertragslaufzeit wird das Fahrzeug zurückgegeben. Leasing hat also nichts mit einer Fahrzeugfinanzierung zu tun, bei welcher es darum geht, ein Fahrzeug mithilfe eines Kredites zu finanzieren, es also schließlich zu kaufen. Beim Leasing wird nichts gekauft, nur genutzt.

Die Vorteile von Leasing liegen klar auf der Hand: Man muss sich nicht um den Wertverlust eines Fahrzeugs sorgen, hat mithin keine hohen Investitionskosten. Außerdem kann man regelmäßig das Fahrzeug wechseln und so immer das jeweils neueste Modell fahren. Für Geschäftsleute ergibt sich des Weiteren noch der Vorteil, die Leasingkosten als Betriebsausgaben steuerlich geltend machen zu können. Doch Leasing ist nicht gleich Leasing. Es gibt verschiedene Leasingmodelle. Welche sind es?

Die gängigen Leasing-Modelle im Überblick

Top Leasing Angebote gibt es heutzutage en masse. Doch es gibt auch ebenso viele Details, die man dabei beachten muss. In der Regel findet man zwei verschiedene Leasing-Modelle vor, die es zu kennen gilt, sofern man einen anständigen Leasingvertrag abschließen möchte: Das Restwert- sowie das Kilometerleasing.

Beim Restwertleasing wird zum Vertragsabschluss ein sogenannter Restwert festgelegt. Zum Zeitpunkt der Rückgabe darf das geleaste Fahrzeug diesen Wert nicht unterschreiten. Sollte es bei der Rückgabe also weniger wert sein, als vereinbart, dann muss der Leasingnehmer die Differenz nachzahlen. Ein Beispiel: Der Restwert eines geleasten Fahrzeugs wird zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses auf 15.000 Euro festgelegt. Allerdings werden bei der Rückgabe etwaige Mängel festgestellt; zudem sind die Marktpreise in den Keller gesackt. Der ermittelte Restwert beträgt in der Folge nur noch 9.000 Euro. Entsprechend muss der Leasingnehmer den Differenzbetrag von 6.000 Euro nachzahlen. Es liegt auf der Hand, dass viele Leasinggeber alles daran setzen werden, den Restwert eines Fahrzeugs zu drücken.

Dies ist auch der Grund dafür, dass die meisten Leasinggeber heutzutage nur noch das weitaus risikoärmere Kilometerleasing anbieten. Hierbei wird lediglich eine Jahreskilometerobergrenze festgelegt. Zudem gestehen die meisten Anbieter einen Kulanzbereich zu. Insofern ist es in diesem Modell völlig unerheblich, welchen Restwert ein Fahrzeug zum Rückgabezeitpunkt noch hat. Entscheidend ist vielmehr, dass die Kilometerobergrenze mitsamt Kulanzbereich eingehalten wird. Mehrkilometer müssen dann selbstverständlich zusätzlich bezahlt werden. Dies gilt unter Umständen aber auch umgekehrt: Fährt man weniger Kilometer als vereinbart, dann kann man in den Genuss einer Kostenerstattung kommen. Die Kilometergrenzen sowie Vertragslaufzeiten sind in der Regel individuell aushandelbar. Davon hängt letztlich auch die Höhe der monatlichen Leasingraten ab.